Mittwoch, 22. Mai 2013

Der Umgang mit "Geistigem Eigentum" und anderen Begriffen

Der folgende Blogbeitrag stammt im Grunde aus meiner Mail vom April 2008 an die Aktive der Piraten und ist immer noch so aktuell, wie ehedem.

Kulturkonditorei: Eigentum / Property
Foto-Lizenz Kulturkonditorei: CC by NC SA 2.0


Es gibt kein geistiges Eigentum? Naja, über den Begriff kann man
streiten, ich bevorzuge auch "immaterielle Güter", aber deshalb gibt
es diese Güter eben doch. Oder willst du auch Geschäftsgeheimnisse
 

Wir sollten sehr vorsichtig sein, auf Begriffe, wie "Geistiges Eigentum" oder "immaterielle Güter" einzugehen.

Wenn wir diese verwenden, können wir nur mit den damit verbundenen Regeln spielen.
verbieten? Marken und Kennzeichenschutz? Rufschädigung bzw.Rufmissbrauch, Geschmacksmuster usw. 
Das sind unterschiedliche Paar Schuhe. Vielleicht sollten wir hier mal ein paar Gegenstrategien diskutieren.

"Geistiges Eigentum", das Recht an einer "geistigen" Sache. Aber was heißt das?

Wenn mit "Geistiges Eigentum" Geschäftsgeheimnisse gemeint sind, dann sollte man diese auch so nennen.

Wenn mit "Geistiges Eigentum" die Registrierung einer Marke gemeint ist, dann sollte man dies auch so nennen.

Wenn mit "Geistigem Eigentum" die Einräumung eines begrenzten zeitlichen Monopols an einer kulturellen Schöpfung gemeint ist, dann sollte man nach der Schöpfungshöhe fragen. Im Falle der Musikindustrie,
wer ist Urheber und hat das "geistige" Gut wirklich eine Schöpfungshöhe?

Wenn mit "Geistigem Eigentum" Ideen gemeint sind, darf man diese dann so "schützen", daß keiner auf eine gleiche Idee kommen darf?

Wenn mit "Geistigem Eigentum" immaterielle Güter gemeint sind, dann sollte man fragen, inwieweit immaterielle Güter mit materiellen vergleichbar sind? Dürfen dann Rechte und Pflichten aus der
"materiellen" Welt auf die "immaterielle" angewandt werden? Heißt es nicht auch ferner, daß "Eigentum verpflichtet?", wie sieht es denn da bei immateriellen Gütern aus?
Können auf immateriellen Gütern die gleichen Gesetzmäßigkeiten wie bei materiellen angewandt werden? Gilt da noch die Theorie der Verfügungsrechte oder kehrt sich der Effekt aus der materiellen Welt
hier genau um? Geht die Gesellschaft also ressourcenschonender mit im Privatbesitz befindlichen immateriellen Gütern um, als wenn diese in der Allmende wären?

Welche Bereiche zählen wir zur Allmende? Was sind "Dinge", die im Allgemeinbesitz bleiben sollten? Wie sehen unsere Vorstellungen dazu aus? Welche Themen könne wir daher ableiten?

Meine Vorstellung ist, daß Wissen letztlich allen zur Verfügung stehen muß. Und ich leite daraus meine politischen Themen ab. Daher bin ich


Daraus leite ich aber nicht ab, daß
  • Privatwirtschaft zu verdammen wäre,
  • Patente oder Urheberrecht komplett abgeschafft werden müssen, 
  • jeder einen Anspruch auf Unterstützung vom Staat hat.